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Wasser in Sulzschneid künftig mit mehr Druck in die Leitungen

Marktioberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sprach im Stadtrat von einem „Jahrhundertprojekt“, das die Stadt in Sulzschneid angehen will. Sie will die Wasserversorgung modernisieren und ausbauen. Ein weiteres Ziel ist, mit Lengenwang einen Verbund einzugehen, damit auch für die Nachbargemeinde Versorgungssicherheit besteht. Sowohl Lengenwang als auch Sulzschneid und der Hochbehälter auf der Buchel in Marktoberdorf beziehen ihr Wasser aus Brunnen beziehungsweise Quellen in Kirchthal bei Lengenwang. Deshalb sollen eines Tages diese drei Gewinnungsanlagen als Einheit betrachtet und miteinander vernetzt werden.

Vorrangig ist zunächst der eigene Ortsteil. Dort müssen wohl alte Leitungen ersetzt werden, die zum Teil schon 100 Jahre im Boden liegen. Außerdem muss das Neubaugebiet angeschlossen werden, das sich in der Planungsphase befindet. Hinzu kommt eine Leitung nach Balteratsried. Über sie soll der neue Hochbehälter Sulzschneid ans Marktoberdorfer Wassernetz angebunden werden. Kernstück ist eben dieser Hochbehälter, der bis etwa 2028 gebaut sein soll. In einem Gebäude mit einer Fläche von 44 mal 20 Metern sind zwei Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1600 Litern untergebracht. Auf diese Weise können bis zu 3800 Einwohner versorgt werden.

Die Qualität des Wassers entspreche bereits der Trinkwasserverordnung, sagten die Experten von Wipflerplan. Allerdings könnte es besonders nach Starkregen durch Keime verunreinigt und trüb sein. Deshalb wird das Wasser entweder gechlort oder mit ultraviolettem Licht behandelt. Auf beides soll in Zukunft verzichtet werden. Ebenso soll das Wasser glasklar sein. Erreicht werden soll dies per sogenannter Ultrafiltration mit Membranen. Deren Poren sind 20 Nanometer groß. Sie sollen sogar Bakterien und Viren herausfiltern. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 80.000 Nanometer dick.

Mit dem neuen Hochbehälter geht eine Druckerhöhung einher. Er soll auf mindestens 2,7 bar steigen und wäre deutlich höher als derzeit. Das wiederum könnte sich auf die alten Rohre auswirken, die dann getauscht werden müssten.

Alles in allem liegen die Kosten bei brutto 15,7 Millionen Euro. Auf das Gebäude samt Tank und Technik entfallen rund 5,7 Millionen Euro. Größter Brocken sind die Leitungen. Etwas mehr als sieben Kilometer müssen verlegt werden. Dafür sind fast 6 Millionen Euro vorgesehen. Diese Ausgaben werden auf den Wasserpreis umgerechnet, den alle Marktoberdorfer zahlen müssen. (in Auszügen aus der Allgäuer Zeitung)

Neues Feuerwehrhaus immer noch nicht in Sicht

Geduld ist gefragt bei der Feuerwehr Sulzschneid. Viel Geduld. Denn seit Jahren wartet sie darauf, dass es mit der Planung für das neue Gerätehaus endlich vorangeht. Eine Bedingung der Stadt Marktoberdorf war, dass sie vor Erschließung des Neubaugebiets und damit auch des Standorts für die Unterkunft wissen müsse, wie es mit der Wasserversorgung weitergeht. Das ist inzwischen geregelt. Sie ging vom örtlichen Wasserbeschaffungsverband auf die Stadt über. Damit wächst die Hoffnung bei der Feuerwehr, dass sich nun etwas mehr bewegt.
Das Sulzschneider Gerätehaus erfüllt schon länger nicht mehr die Vorschriften. Es ist zu eng. So eng, dass nicht mal Platz für eine Toilette ist und deshalb vor dem Haus ein Mobilklo steht. Zwei Gerätehäuser im Landkreis – in Görisried und in Rieden bei Kaufbeuren – habe der Vorstand besichtigt, die von der Größenordnung her für Sulzschneid passen könnten, berichtete Kommandant Tobias Knestel bei der Jahresversammlung. Nun heiße es, zu warten.
In seinem Tätigkeitsbericht führte er vier Einsätze auf: einen schweren Verkehrsunfall und dreimaliges Beseitigen von Bäumen, die entweder nach Sturm oder wegen Schneebruch auf der Straße lagen. Erfolg- und erkenntnisreich sei eine Großübung verlaufen. Auf einem Bauernhof musste im dichten Rauch nach vermissten Bewohnern und sogar einem verletzten Atemschutzgeräteträger gesucht werden.

Jahresversammlung mit Wahlen und Ehrungen bei der Feuerwehr Sulzschneid, von links 2. Kommandant Martin König, Kommandant Tobias Knestel, Schriftführer Georg Jocham, Vorsitzender Richard Wagner, Kreisbrandmeister Christian Hetze, Karl Neuer (40 Jahre), Kassier Martin Müller, 2. Vorsitzender Richard Maul (40 Jahre) (c) Andreas Filke


Besonders erfreut berichtete Knestel von der Gründung einer Jugendfeuerwehrgruppe im Ort, bestehend aus sechs Jugendlichen. Auch ein erwachsener Quereinsteiger sei den Aktiven beigetreten. Knestel dankte vor allem der Stadt für deren Unterstützung der Feuerwehr, zu der auch die Außengruppe Balteratsried gehört.
Vorsitzender Richard Wagner erinnerte an das Maibaumfest, das trotz schlechten Wetters gut besucht war, an das Grillfest, an das Fest zum 160-jährigen Bestehen der Feuerwehr Marktoberdorf und als Höhepunkt an die 900-Jahr-Feier von Sulzschneid, zu dem die Wehr das Zelt stellte.
Zügig gingen die Wahlen über die Bühne: Alle bisherigen Amtsinhaber wurden bestätigt: Richard Wagner als Vorsitzender, Richard Maul als sein Stellvertreter, Martin Müller als Kassier und Georg Jocham als Schriftführer. Neu sind Fahnenträger Alexander Kösel und dessen Begleiter Michael Baur und Marcel Dannigkeit als Nachfolger von Johann Eggensberger, Uli Strobel und Konrad Jocham. (mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung)