Dorfgespräch

  • Die Kirche bleibt im Dorf

Unser Sulzschneid

Umgeben von reichlich Wald und noch mehr Wiesen liegt Sulzschneid abseits der Hauptverkehrsstraßen und trotzdem gut erreichbar  im Einklang mit der Natur mitten im Voralpengebiet des Allgäus. Von  fast 800 Meter Höhe aus bietet sich am Südrand des Dorfes ein herrlicher Blick auf die Alpenkette. Aufgrund seiner guten Lage ist Sulzschneid ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Königsschlösser, Lechtal in Tirol, Tannheimer Tal, München, Bodensee oder Legoland – Ziele gibt es reichlich. Selbst die  rund 1700 Jahre alten Fundamente eines römischen Badehauses befinden sich fast in unmittelbarer Nähe zum Dorf.

Das knapp 500 Einwohner zählende Sulzschneid ist geprägt von der Landwirtschaft. Rund zwei Dutzend Bauernhöfe werden hier bewirtschaftet. Ein reges Vereinsleben sorgt für viel Unterhaltung und Kurzweil am Abend und am Wochenende.

Die Ursprünge von Sulzschneid reichen zurück in die Zeit Anfang des 12. Jahrhunderts. Erstmals wird der Ort im Jahr 1116 in Urkunden erwähnt. Darin hat der Freie Wilhelm von Sulzschneid eine Schenkung in dem nahen Oppoldsried an das Kloster Raitenbuch bezeugt. Eine weitere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1459. Die Brüder Walther Ritter von Hohenegg und Rudolf von Hohenegg zu Vilsegg vertraten Sulzschneid als dessen Vögte und Herren bei der Entscheidung eines Grenzstreits zwischen Oberdorf und Sulzschneid. Wann und wie die Hohenegger in den Besitz von Sulzschneid kamen, ist nicht überliefert. Unverbürgt ist, dass 1318 ein Peter von Hohenegg die Vogtei Sulzschneid erworben hat.

Der Name deutet auf eine Rodung an einem durch Sumpfwald geschlagenen Weg hin. Zu Beginn  des 14. Jahrhunderts kam die Vogtei Sulzschneid über die Freien von Sulzschneid an die Herren von Hohenegg. Ihr Stammsitz war die Burg Vilsegg bei Vils in Tirol. An deren Herrschaft erinnern heute die Hoheneggstraße und natürlich der Trachtenverein „D‘ Hohenwaldegger“.

Zur wechselvollen Geschichte des Ortes gehört die des  30-jährigen Krieges. Ein Schloss, so wird berichtet, habe es in Sulzschneid gegeben. Es brannte in jenen Tagen ab. Den Erzählungen nach wütete in dieser Zeit auch die Pest in Sulzschneid. So zählte das Dorf im Jahr 1650 nur noch 20 Bauern und eine Witwe. 30 Hofstellen sollen leer gestanden haben. Der Überlieferung nach besiedelten aufgrund der Jahrhunderte alten Beziehungen Tiroler den Flecken neu, weshalb Sulzschneid seitdem den Beinamen Kleintirol trägt. Diesen bewahren die Kleintiroler Standschützen bis heute in ihrem Namen.

Sulzschneid gehörte kirchlich zunächst zur Pfarrei St. Martin in Oberdorf. Spätestens seit 1530 ist die Gemeinde jedoch eigenständig. Die Pfarrkirche war zunächst eine aus Hoheneggschem Besitz stammende Kapelle, woran heute noch der Kapplweg erinnert. 1742 wurde die neue, dem heiligen Pankratius geweihte Kirche vollendet.
1972 ist Sulzschneid im Zuge der Gemeindegebietsreform ein Stadtteil der Ostallgäuer Kreisstadt Marktoberdorf geworden. Unser Dorf ist im Sommer wie im Winter ein beliebtes Ziel für Urlauber, gerade für Familien (mehr).

Sulzschneid, das Dorf der Vielfalt